Geschichte des Schachsports in der Stadt Kamenz

Urkundlich das erste mal erwähnt, spielten bereits im Jahre 1863 Bürger der
Stadt Kamenz organisiert Schach (Europa Rochade 8/2000).
Im Mittelpunkt des Vereinslebens standen damals die Schachpartien miteinander.
Erste Vergleichswettkämpfe mit anderen Vereinen fanden Anfang des ver-
gangenen Jahrhunderts statt. So veranstalteten Sie unter anderem im Jahr
1920 einen Vergleichswettkampf gegen den neu gegründeten Schachverein
TuS 1920 Gersdorf-Möhrsdorf. Der Endstand dieses Vergleichskampfes lautete
16:2 für die Sportfreunde aus Kamenz.

Nach dem 2. Weltkrieg organisierten sich wieder Bürger der Stadt Kamenz und
Umgebung in Schachvereinen. So entstanden bereits in den ersten Nachkriegs-
jahren 2 neue Schachvereine:
BSG Chemie Kamenz
BSG Aufbau Kamenz

Anfang der 60er Jahre schlossen sich beide Vereine zusammen zur
BSG Aufbau Kamenz. Besonderen Einsatz bei der Organisation des Vereins-
lebens leisteten vor allem die Sportfreunde Alfred Jähnichen, Rudolph Zedler,
Erich Dorn, Karl Tschey, Manfred Heider und Werner Steglich.

Mit der Eröffnung der Offiziershochschule für Luftstreitkräfte der NVA
entstand in Folge ein weiterer Schachverein in Kamenz -
die ASG Vorwärts Kamenz.

In den 70er und 80er Jahren legten beide Vereine den Schwerpunkt der
Arbeit auf die Förderung des Kinder- und Jugendschachs. Regelmäßige
Teilnahmen an den Kinder- und Jugendspartakiaden sowie die Teilnahmen
an Kreis-, Bezirks- und DDR-Meisterschaften stärkten das Interesse der
Kinder und Jugendlichen am organisierten Schachspielen. Große Verdienste
in den Vereinen bei der Kinder- und Jugendarbeit leisteten solche Übungs-
leiter wie Frau Tamm, Herr Ahland, Werner Steglich, Joachim Jentzsch und
Burkhard Kage.

Zum Ende der 80er Jahre spielten in beiden Vereinen über 100 Mädchen
und Jungen sowie Jugendliche.
Die zielstrebige Übungsarbeit (besonders in der ASG Vorwärts Kamenz)
war Voraussetzung für die Leistungsentwicklung der Männer- und Jugend-
mannschaften der Stadt. So gelang es der 1. Männermannschaft bis in die
DDR-Liga aufzusteigen. Ihr bestes Ergebnis war ein 2. Platz.

DDR-Liga Staffel E 1984/85:
Platz Mannschaft Brettpunkte
1 ASP Hoyerswerda 97,5
2 Post Dresden II 85,0
3 Fortschritt Cottbus 81,5
4 ASG Vorwärts Kamenz 75,5
5 Motor Görlitz 70,0
6 Aktivist Brieske-Senftenberg 69,5
7 Lok Dresden 65,5
8 Pentacon Dresden 63,0
9 Lok Falkenberg 56,5
10 Einheit Friesen Berlin 56,0

Ebenfalls konnte ein 2. Platz bei den DDR-Studentenmeisterschaften
erzielt werden.
Weitere Erfolge wurden errungen bei Einzel- und Mannschaftsturnieren.
Solche Sportfreunde wie Lindenhahn, Zeutzsch, Jentzsch, Herrmann,
Döring, Geitner, Rostowski, Wendorff und weitere waren für diese
Erfolge auf Bezirks- und DDR-Maßstab verantwortlich.

Mit der Wende und der damit verbundenen Neuorientierung nahm das
Interesse am organisierten Schachspiel rapide ab. Deshalb kam es 1990
zum Zusammenschluss beider Vereine unter dem Namen "SV GAMBIT Kamenz e.V.".
Sicherlich der größte Erfolg in den 90er Jahren war 1992 der 1. Platz
in der 1. Landesklasse und somit der Aufstieg in die Sachsenliga,
auch wenn die höchste sächsische Spielklasse nicht gehalten werden konnte.

1. Landesklasse Staffel A 1991/92:
Platz Mannschaft MP BP
1 SV Gambit Kamenz 14:2 41,5
2 SV 1990 Görlitz 11:5 38,5
3 PSV Dresden III 11:5 35,5
4 Grün-Weiß Dresden 11:5 33,0
5 Aufbau Chemnitz 9:7 33,5
6 Blau-Weiß Freital 7:9 33,0
7 Lok Chemnitz III 5:11 30,5
8 TU Dresden II 4:12 22,5
9 Löbauer SV 0:16 18,0

Nach vielen Jahren in der Landesklasse musste die 1. Mannschaft nach
der Saison 2000/2001 den Gang in die Bezirksliga antreten.
Die 2. Mannschaft musste mangels Spieler für zwei Spielzeiten gar nur als 4er-Mannschaft
in der Kreisliga Bautzen starten. Immerhin wurde dort einmal der Kreismeistertitel geholt.
Lichtblick in diesem Jahr war die Einführung eines regelmäßigen Kinder- und
Jugendtrainings, welches bald die ersten Früchte trug.
Neben dem Wiederaufstieg 2004 der 1. Männermannschaft in die 2. Landesklasse
konnte auch die Jugend überzeugen. So gewann die U14-Mannschaft 2005 die Bezirksklasse
im Spielbezirk Dresden.
Im Einzelbereich konnte sich besonders Ricardo Friedrich hervorheben.
Er erkämpfte zweimal den Sachsenmeistertitel in der U16 und belegte bei
der Deutschen Einzelmeisterschaft 2008 in seiner Altersklasse den hervorragenden 9. Platz.
In der Saison 2010/11 gelang der 1. Männermannschaft der Aufstieg in die 1. Landesklasse.